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Fragen und Antworten zum Energieausweis


Das Bundeskabinett hat am 27. Juni 2007 die neue Energieeinsparver- ordnung beschlossen, sie trat am 1. Oktober 2007 in Kraft. Mit dieser Verordnung wird der Energieausweis für bestehende Wohngebäude Pflicht. Grundlage dafür sind die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und das Energieeinsparungsgesetz (EnEG). Bereits seit 2002 ist ein Energiebedarfsausweis für alle Neubauten Pflicht.

Grundsätzlich braucht nur der einen Energieausweis, der ein Haus vermieten oder verkaufen möchte. Wer in seinem Haus wohnt und dort bleibt, der benötigt ihn nicht. Allerdings möchten viele Hauseigentümer ihre Immobilie angesichts der steigenden Energiekosten zeitgemäß sanieren lassen. Damit ihnen dabei keine technischen Fehler unterlaufen, brauchen sie vor allem seriöse Energieberatung – unabhängig vom Energieausweis.


1. Frage:

Was ist der Unterschied zwischen einem bedarfsorientierten und einem verbrauchsorientierten Energieausweis?

Antwort:
Beim verbrauchsorientierten Ausweis wird der tatsächliche Verbrauch einer Immobilie zu Grunde gelegt, beim bedarfsorientierten wird der Energiebedarf eines Hauses aufgrund seiner Bauweise berechnet. Im ersten Fall hängt das Ergebnis maßgeblich von den Bewohnern ab. Wer viel zu Hause ist, der verbraucht zwangsläufig mehr Energie, als Menschen, die tagsüber auswärts arbeiten. Das heißt, der Verbrauch einer so gemessenen Immobilie lässt sich nicht ohne weiteres auf neue Bewohner übertragen. Potenzielle Mieter und Käufer bekommen also keine objektiven Werte. siehe Beispiel

Anders beim bedarfsorientierten Ausweis. Er setzt eine umfangreiche bautechnische Untersuchung voraus, die dann auch im dazugehörigen Gutachten detaillierte Werte liefert, verbunden mit konkreten Hinweisen zur energetischen Verbesserung der Bausubstanz. Damit lässt sich in der Praxis wesentlich mehr anfangen. Dieser bedarfsorientierte Ausweis soll Pflicht werden für alle bislang unsanierten Ein- bis Vierfamilienhäuser aus der Zeit vor 1978 (vor der ersten Wärmeschutzverordnung). Wobei diese Hausbesitzer bis zum 1. Oktober 2008 die Wahlfreiheit haben zwischen dem bedarfs- und dem verbrauchsorientierten Energieausweis.

 

2. Frage:
Wer braucht den Energieausweis?

Antwort:
Alle Hausbesitzer, die ein Haus oder eine Wohnung verkaufen oder neu vermieten möchten, brauchen den Energieausweis. Wer in seinem Haus oder seiner Wohnung wohnen bleibt, der braucht keinen Energieausweis.



3. Frage:
Ab wann benötigen Hausbesitzer den Energieausweis?

Antwort:
Je nach Baualter der Immobilie gelten verschiedene Fristen:

  • · Bis zum 30. Juni 2008 muss niemand einen Energieausweis vorlegen.
  • · Ab dem 1. Juli 2008 müssen alle Verkäufer und Vermieter von Immobilien, die vor 1965 gebaut wurden, ihren potenziellen Käufern und Mietern den Energieausweis vorlegen.
  • · Ab 1. Januar 2009 müssen alle Verkäufer und Vermieter von Immobilien, die ab 1965 gebaut wurden, ihren potenziellen Käufern und Mietern den Energieausweis vorlegen.
  • · Bis zum 1. Oktober 2008 haben alle Hausbesitzer Wahlfreiheit, ob sie für ihr Gebäude einen bedarfs- oder verbrauchsorientierten Energieausweis ausstellen lassen möchten, egal, wie alt ihre Immobilie ist.
  • · Besitzer von Baudenkmälern benötigen grundsätzlich keinen Energieausweis.


  • 4. Frage:
    Ich höre immer wieder die Begriffe Energiepass und Energieausweis. Was ist eigentlich was?

    Antwort:
    Der Energieausweis wurde 2008 erst eingeführt. Den Energiepass gibt es schon: Von 2003 bis 2004 lief bei der Deutschen Energieagentur DENA ein Feldversuch zur Entwicklung von Energiepässen für Gebäude. Die Ausstellung dieser Pässe war und ist freiwillig. In diesem Feldversuch erarbeitete Grundlagen wurden für den Energieausweis übernommen. Energiepässe der DENA gelten übrigens weiter - insgesamt zehn Jahre lang, gerechnet ab dem Ausstellungsdatum.



5. Frage:
Wer darf den Energieausweis ausstellen?

Antwort:
Das hat der Verordnungsgeber sehr detailliert geregelt:

In Zukunft dürfen den Ausweis im Wohnbereich ausstellen: Absolventen von Diplom-, Bachelor- oder Masterstudiengängen im Bereich Architektur der Fachrichtung Innenarchitektur, Absolventen von Diplom-, Bachelor- oder Masterstudiengängen an Universitäten, Hochschulen oder Fachhochschulen der Fachrichtungen Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Technische Gebäudeausrüstung, Bauphysik, Maschinenbau oder Elektrotechnik, oder einer anderen technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung mit einem Ausbildungsschwerpunkt der aufgezählten Fachgebiete.

Desweiteren Personen, die für ein zulassungspflichtiges Bau-, Ausbau- oder anlagentechnisches Gewerbe oder für das Schornsteinfegerwesen die Voraussetzungen zur Eintragung in die Handwerksrolle erfüllen, sowie Handwerksmeister der zulassungsfreien Handwerke dieser Bereiche und Personen, die auf Grund ihrer Ausbildung berechtigt sind, ein solches Handwerk ohne Meistertitel selbständig auszuüben.

Ferner staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker, deren Ausbildungsschwerpunkt auch die Beurteilung der Gebäudehülle, die Beurteilung von Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen oder die Beurteilung von Lüftungs- und Klimaanlagen umfasst.

Außerdem müssen die oben erwähnten Personengruppen eine weitere der folgenden Voraussetzungen erfüllen, um Energieausweise ausstellen zu dürfen: Während des Studiums haben sie einen Ausbildungsschwerpunkt im Bereich des energiesparenden Bauens studiert.

Nach dem Studium haben sie mindestens zwei Jahre lang Berufserfahrung in wesentlichen bau- oder anlagentechnischen Tätigkeitsbereichen des Hochbaus gesammelt.

Sie haben eine erfolgreiche Fortbildung im Bereich des energiesparenden Bauens absolviert.

Sie sind als vereidigte Sachverständige öffentlich bestellt für ein Sachgebiet des energiesparenden Bauens oder für wesentliche bau- oder anlagentechnische Tätigkeitsbereiche des Hochbaus.

Zusätzlich dürfen alle Fachleute Energieausweise für den Bestand ausstellen, die dazu auch bisher im Neubaubereich berechtigt sind.

In den Übergangsvorschriften sieht die EnEV 2007 weiterhin vor, dass außerdem folgende Berufsgruppen die Energieausweise im Wohnbestand bundesweit ausstellen dürfen:

Alle so genannten Vor-Ort-Berater, die sich bis zum 25. April 2007 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) haben registrieren lassen.

Desweiteren alle Energiefachberater im Baustoff-Fachhandel und in der Baustoffindustrie, die ihre Ausbildung bis zum 25. April 2007 erfolgreich abgeschlossen hatten oder zu diesem Zeitpunkt in Ausbildung waren und diese erfolgreich abgeschlossen haben.

Außerdem alle Handwerksmeister und staatlich anerkannten oder geprüften Techniker anderer Fachrichtungen, die am 25. April 2007 eine Weiterbildung zum Energieberater des Handwerks abgeschlossen hatten sowie auch diejenigen, die vor dem 25. April 2007 eine Weiterbildung zum Energieberater des Handwerks begonnen haben, nach erfolgreichem Abschluss.



6. Frage:
Was wird der Energieausweis kosten?

Antwort:
Die Kosten werden in der Verordnung nicht geregelt. Der Preis kann also, je nach Arbeitsaufwand, zwischen Auftraggeber und Aussteller frei verhandelt werden. Er wird auch davon abhängen, ob Sie einen verbrauchsorientierten oder einen bedarfsorientierten Ausweis benötigen oder haben möchten.



7. Frage:
Wie wird ein Energieausweis erstellt?

Antwort:
Bei bestehenden Wohngebäuden nimmt ein berechtigter Aussteller vor Ort die notwendigen Gebäudedaten auf. Dazu zählen unter anderem die Gebäudemaße, die Verbrauchsdaten, die energetische Qualität der Außenbauteile und der Heizungsanlage. Auf der Grundlage dieser Daten erstellt er den Energieausweis mit Empfehlungen zur Modernisierung.

Die Verordnung sieht im Übrigen auch vor, dass der Eigentümer mit Hilfe eines Erhebungsbogens die notwendigen Daten auch selbst ermitteln kann. Auf der Basis dieser Daten kann der Aussteller dann einen Energieausweis ausstellen. Allerdings kann er dies auch verweigern, wenn er den Eindruck hat, die Daten seien nicht korrekt. Außerdem verzichtet der Hauseigentümer, der die Basisdaten selbst erhebt auf sämtliche Modernisierungshinweise und Tipps aus der Praxis.



8. Frage:
Wir möchten unser Wohnhaus weder vermieten noch verkaufen, aber wir möchten trotzdem Energie sparen. Wie sollen wir vorgehen?

Antwort:
Zunächst brauchen Sie einen qualifizierten, vor allem aber firmen- und produktneutral arbeitenden Energieberater. Er untersucht Ihr Haus genau, analysiert die Schwachstellen und schlägt Ihnen dann sinnvolle Sanierungsmaßnahmen vor. Diese müssen genau auf die bauphysikalischen Besonderheiten Ihres Hauses abgestimmt sein, sonst holen Sie sich unter Umständen durch falsche Sanierungsmaßnahmen schwere Bauschäden ins Haus.



9. Frage:
Wo finden wir einen unabhängigen und erfahrenen Energieberater?

Antwort:
Viele Architekten, Ingenieure, Handwerksmeister, Techniker oder Schornsteinfeger lassen sich zurzeit zum Energieberater weiterbilden. Das Problem: Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Deshalb ist es wichtig einen wirklich qualifizierten Berater zu finden: Der Energieberater oder die Beraterin sollte bei einer Architekten-, Ingenieurs- oder Handwerkskammer als Energieberater eingetragen haben.



10. Frage:
Ich möchte mein selbst genutztes Haus energetisch sanieren lassen und dazu öffentliche Fördermittel beantragen. Wie gehe ich vor?

Antwort:
Fördermittel gibt es zur Zeit fast ausschließlich vom Bund und zwar über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Wenn Sie dort Fördermittel beantragen, gleich ob für den Neubau oder für die Sanierung eines bestehenden Gebäudes, brauchen Sie zu den KfW-Förderanträgen bestimmte Nachweise. Diese können Sie nur von Sachverständigen ausstellen lassen, die entweder als Vor-Ort-Berater beim Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) anerkannt sind oder nach Landesrecht Nachweise gemäß geltender Energieeinspar-Verordnung ausstellen dürfen.
 

 

!!!  es ist nicht alles Gold was glänzt - siehe hier !!!